Schlanstedt

Nach einer großen siegreichen Schlacht gegen die Ungarn 933/34 sei Graf Stephan von Regenstein im Bruch umgekommen und seine Frau soll danach Schlanstedt als ihren Witwensitz errichtet haben - soweit die Überlieferungen.

"By slammensted is sump un kot, do fand de grave sinen dod;up dren höhen wasst gut brod."

Dieser Satz soll die sagenhafte Gründung, des 1056 urkundlich erwähnten Ortes erklären.

Tatsächlich beherrschten die Regensteiner aber von ihrer Burg Schlanstedt aus das fruchtbare Umland und den Übergang über das Sumpfland des Großen Bruchs als eine wichtige Heerstraße. Die Burg Schlanstedt war um 1300 Residenz des Regensteiner Grafenhauses.

Auf einer kleinen Anhöhe erhebt sich die 1349 erstmals urkundlich erwähnte Burg. Der Sage nach sollen im Jahre 1311 hier zwölf Tempelherren von den Regensteinern umgebracht worden sein. Sie verloren Schlanstedt und starben aus.

Mit einem Durchmesser von 8 m und einer Mauerstärke von 2,80 m beherrscht der romanische Bergfried das Erscheinungsbild der Burg. Bei guter Sicht hat man von der Aussichtsplattform, die man über 111 Stufen erreichen kann, einen weiten Blick über das nördliche Harzvorland bis hin zum Brocken.

Daher diente die Burg dem Schutz der Straßen von Halberstadt nach Helmstedt durch das Große Bruch.

Bemerkenswert im Innenhof ist das prächtige Renaissanceportal mit Wappenreihe am Westflügel des Bauwerks. Der Wappenfries von 1616 zeigt 14 gut erhaltene Wappen des damaligen Halberstädter Domkapitels.Schlanstedt war Tafelgut des Halberstädter Domkapitels und nach dem Dreißigjährigen Krieg preußische Domäne.

Der Ruf Schlanstedt's als Wiege der Pflanzenzüchtung in Deutschland ergibt sich aus der Kombination dreier Faktoren.

Fruchtbare Lösböden, günstiges Klima und wissenschaftlicher Forschungsdrang in Person der Familien Rimpau und Strube.

1888 gelang es Wilhelm Rimpau, die ertse von Menschen geschaffene Kulturpflanze der Welt zu züchten. Ab Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts wurden neue Zuckerrübensorten gezüchtet.

Die Erweiterung der Produktion, die Urbarmachung neuer Ackerflächen und der Ausbau des schlechten Wegenetzes machten den Bau einer Feldbahn notwendig. Diese führte in einer Spurbreite von 600 mm und nach dem Erbauer benannt als Rimpau Bahn vom Werkhof der Zuckerfabrik durch den Ort bis zum Vorwerk Neuendamm.

Noch heute ist hier die Ziegelsteinrampe zu erkennen. Die Bahn wurde mit Ochsen und Pferden betrieben.

Friedrich Strube war der zweite Pionier der deutschen Pflanzenzüchtung. Sein Sohn Hermann Strube baute Reinigungs- und Speicheranlagen.

Die zu Beginn des 20.Jahrhunderts entstandenen Speicher- und Laboranlagen setzten neue Maßstäbe für die deutschen Vermehrungs- und Zuchtbetriebe und prägen heute noch das Ortsbild.

Jetzt wird auch eine 4 km lange Schmalspurbahn mit Lokomotivantrieb gebaut die die Produktions- und Zuchtstandorte Schlanstedts verbindet. Das Jahr 1992 gilt als der offizielle Wiederbeginn der Saatzucht durch die Familie Strube in Schlanstedt. Sie setzt als Strube Saatzucht KG die Tradition fort.

Die alte Strubesche Feldbahn konnte durch den Verein "Schlanstedter Feldbahn" sowie die Hilfe vieler Engagierter auch Nicht-Schlanstedter zu Teilen restauriert werden und lädt nun wieder zu Fahrten in die Feldmark ein.

Die aus dem 17.Jhd. stammende Pfarrscheune Schlanstedts steht heute unter Denkmalschutz und auch eines der ältesten Gebäude des Dorfes der Kothesche Hof lädt zu einem Besuch ein.

Zeugnis über die bewegte und interessante Geschichte des Ortes legt der Heimatverein in seiner im Schulgebäude untergebrachten Heimatstube ab. Der Besuch dieses Museums ist empfehlenswert.

Mehr zur Gemeinde Schlanstedt unter:  www.schlanstedt.de

Sehenswertes

 

* Burg Schlanstedt

* Gutshof

* Herrenhaus Strube

* Kothesche Hof

* Pfarrscheune & Pfarrhaus aus dem 17. Jahrhundert

* Kirche St. Martin

 

Jahres Veranstalltungen

 

* 9. Huy-Burgen-Lauf am 07. und 08. Mai 2011

* Tanzfest

* 3. Seifenkistenrennen am 02.07.2011

* Schützenfest

* Feldbahn Sommerfest

* Erntedankfest

* Martinsfest

* Weihnachtsmarkt