Rogenstein und Stromatolithen bei Wilhelmshall

Im ehemaligen Steinbruch am Herrenberg ca. 300 m südöstlich von Wilhelmshall sind Rogensteinbänke und Stromatolithen aufgeschlossen. Der Aufschluss ist von der Landstraße zwischen Athenstedt und Huy- Neinstedt auf einem beschilderten Wanderweg zu erreichen, ebenso von verschiedenen Wanderwegen aus Richtung Mönchhai oder Sargstedter Warte. Im unteren Buntsandstein, vor ca. 240 Mio. Jahren, war das Gebiet von einem Meer bedeckt. Obwohl es ein flaches Meer war, herrschten extrem lebensfeindliche Bedingungen. Aus dem Wasser wurden kleine sandige Kalkkügelchen (Ooide) ausgeschieden, die sich zu bankigen Schichten am Meeresboden ablagerten. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit Fischrogen werden diese Schichten auch Rogenstein genannt. Die Hauptrogensteinzone des Unteren Buntsandsteins ist im Huy bis zu 35 m mächtig. Rogenstein ist besonders charakteristisch am Harz- Nordrand. Er ist gut bearbeitbar und wurde deshalb zur Errichtung verschiedenster Bauwerke benutzt. Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen im Meer des unteren Buntsandsteins lebten hier Einzeller, sogenannte Cyanobakterien. Durch ihre sauerstoffproduzierende Tätigkeit trugen sie dazu bei, dass weiteres Leben auf der Erde möglich wurde. Sie lebten in Kolonien z.B. auf Sand und bildeten nach ihrem Tod eine verhärtete Schicht auf der sich die nächste Kolonie ansiedelte. So entstanden die Stromatolithen, die im Huy eine Höhe von über einem Meter erreichen können. Man erkennt sie an der nach oben konvexen Wölbung. Cyanobakterien gelten als die ältesten Lebewesen und lebten schon vor 3,5 Mrd. Jahren. Noch lebende Kolonien wurden übrigens an der Westküste Australiens entdeckt. Sie zählen dort zum Weltkulturerbe.