Teufelskanzel

Nachdem auf der Huysburg die Mönche in der Kirche das Wort Gottes verkündeten wandten sich viele Menschen vom Teufel ab. Das gefiel diesem selbstverständlich nicht.

Meister Urian sammelte seine Jünger im Huywald und ließ sie ebenfalls predigen.

An einem blühenden Pfingstmorgen, die Sonne sandte ihre goldenen Strahlen zur Erde, da stieg der Teufel mit seinen Getreuen den kleinen, unweit der Huysburg gelegenen Berg hinauf, um vor ihnen zu predigen.

Der kleine Bergkegel sollte ihm als Kanzel dienen. In den herrlichsten Farben schilderte er die Reize der Welt.

Die Mönche der Huysburg hatten von dem Plan des Satans gehört und  schickten einen Bruder, der mit grosser Kraft die Botschaft vom Reich Gottes verkündete.

Groß war die Enttäuschung des Teufels, als er sehen musste, wie alle ZUhörer ihn verließen und andächtig den Worten des Mönches lauschten. Wütend eregriff er seinen Schweif und sprang den Berg hinunter.

In Anderbeck angekommen, drückte ihn der Schuh, der voll Erde war so sehr, dass er sich setzen musste.

Er zog den Stiefel aus und schüttete die Erde auf den Boden wo ein kleiner Hügel entstand, den die Einheimischen seither "Kuckucksberg" nennen.

Der Teufel setzte seinen Weg in Richtung Braunschweig fort. Doch kaum war er durch Badersleben gekommen, begann der zweite Stiefel, der den Pferdefuß bedeckte, zu drücken. Beim Entleeren desselben fiel ein zwanzig Zentner schwerer "Kisserling" zur Erde. Dieser Stein liegt noch heute in der Glüsig, nordlich von Badersleben.

Da der Satan jede Nacht zur zwölften Stunde darunter hervor kommen soll, warnen die alten Baderslebener die jungen Leute mit den Worten:


" Gat nich in de Nacht dorch  de Glüsig, denn da kummet de Düvel unner´n  Kisserlinge rut!"