Der verfluchte Ritter

Nahe dem Flecken Badersleben stand in alter Zeit die Ohlenburg. In dieser Feste hauste gemeines Raubgesindel.
Ständig wurden Kaufleute ausgeplündert und getötet.
Der Bischof von Halberstadt ließ ein gewaltiges Ritterheer aufstellen und die Burg zerstören. Nur dem Anführer gelang durch einen geheimen Gang die Flucht.
Die Rittter des Bischofs holten den Ohlenburger aber am Hoiketalturm ein, es gab einen harten Kampf, man schlug den in schwarzer Rüstung kämpfenden Ohlenburger den Kopf ab. Der Kopf wurde auf eine Lanze gesteckt und sollte dem Bischof zum Beweis gezeigt werden.
Den kopflosen Körper des Ohlenburgers aber warf man in ein tiefes Verlies im Hoikentalturm (Eichentalturm)!
Im Boden des Turmes befand sich eine Luke als Einstieg in das Verlies.
Als der Körper des getöteten Ritters den Boden des Verlieses erreichte, erschaff aus dem Turme ein schauriges Gelächter.
Hastig schlugen die bischöflichen Ritter ein Kreuzzeichen und der Anführer sprach mit der Bibel in der Hand einen Fluch über den Ritter und den Turm aus.
Noch heute liegen die Gebeine des Ritters im Hoikentalturm. Nur in Vollmondnächten reitet der Ohlenburger in schwarzer Rüstung mit seinem schwarzen Roß durch die Gegend des Hoikentales. Wer dem kopflosen Ritter bei Vollmond begegnet, ist des Todes!