Friedrich Heinrich Roloff

Geburtshaus
Geburtshaus

(* 19.05.1830 Badersleben - † 22.12.1885 Berlin)

Am 19. Mai 1830 wurde Friedrich Heinrich Roloff als ältester Sohn des Mühlenbesitzers und Landwirtes Heinrich Roloff in Badersleben, Am Paulsplan 3, geboren. Hier besuchte er bis zu seinem elften Lebensjahr die Schule. Durch den Privatunterricht von Seiten des Ortspfarrers wurde er soweit ausgebildet, dass er vorzeitig in die 4. Klasse der damaligen Martini-Schule in Halberstadt aufgenommen werden konnte.


1846 bestand er das Abitur mit Auszeichnung. Von 1847 bis 1851 besuchte Roloff die Tierarzneischule in Berlin. Er bestand die Fachprüfung mit der Zensur "sehr gut" und ließ sich zunächst als Tierarzt in seinem Heimatort nieder.

 

Weitere Orte in denen er praktizierte, waren Kalbe/Milden und Gröningen.

1855 bestand er die kreistierärztliche Prüfung mit der Zensur "sehr gut". Die erste Stelle als Kreistierarzt wurde ihm 1858 im Kreis Steinfurt und Tecklenburg, Regierungsbezirk Münster, übertragen.

Anschließend arbeitete er in der heimatlichen Provinz Sachsen in verschiedenen Kreisen als Kreistierarzt. Danach arbeitete er als Repetent und Assistent an der Tierarzneischule Berlin und befasste sich mit anatomischen, histologischen und pathologischen Studien, unter anderem im pathologisch-anatomischen Institut der Universität Berlin (bei Rudolf Virchow). 1865 wechselte er an das landwirtschaftliche Institut der Universität Halle, zugleich war er als Kreistierarzt in Halle tätig. Seine bahnbrechende Studie "Die Lungenseuche-Impfung" ist in dieser Zeit erschienen.

 

Im selben Jahr promovierte Roloff an der Universität Göttingen mit der Dissertation »Über den Instinkt der Tiere und dessen Bedeutung für die Diatetik« zum Dr. phil.

1866 wurde er zum Außerordentlichen Professor ernannt.

1873 trat er die Stelle des er Departementstierarztes im Regierungsbezirk Merseburg an.

1876 ging er, als Regierungsrat und ordentliches Mitglied des Reichsgesundheitsamtes, Mitglied der technischen Deputation für das Veterinärwesen und als Departementstierarzt für den Regierungsbezirk Potsdam nach Berlin.

 

1878 wurde er zum Leiter der Königlichen Tierarzneischule Berlin ernannt. Roloff verfasste zahlreiche Abhandlungen zur züchterischen Bewertung (u. a. »Die Beurteilungslehre des Pferdes und des Zugochsen«, 1896) und über Tierkrankheiten (u. a. »Die Schwindsucht der Schweine«,1875; »Die Rinderpest«, 1871).

Bis zu seinem Tod am 22. Dezember 1885 sorgte sich Roloff um das Wohl dieser Einrichtung und übte außerdem eine umfangreiche Lehrertätigkeit aus.

Quellen:

  • DBE, Band 7, S. 377.
  • Festschrift "925 Jahre Badersleben"