Albert Klaus

Der Mundartdichter aus Badersleben wurde am 20.2.1872 in Badersleben geboren und starb am 5.12.1945. Er war der Ältestes von 4 Kindern des Schuhmachermeisters Andreas Friedrich Klaus. Seine früheste Kindheit verlebt er in dem weinumrankten Haus seines Großvaters in der Langenstraße.

 

Er erlernte wie sein Vater den Beruf des Schuhmachers und arbeitete in der vom Vater in der Taubenstraße eingerichteten Werkstatt bis an sein Lebensende - und als Poet dazu.

Mit sechs Jahren kam er in die katholische Schule am Grandweg, den "Weisheitskasten", wie er ihn spöttisch nannte.
Nach dem sehr frühen Tode seines an Typhus erkrankten Vaters nahm er die Konfession seiner Mutter und Schwestern an, das heißt, er trat zum protestantischen Glauben über. Den Rest seiner Schulzeit ging er in die evangelische Schule. Nach der Konfirmation kam er zum Schuhmachermeister Willige am Markt in die Lehre. Als Geselle arbeitete er noch kurze Zeit bei Meister Pepper in Dedeleben. In seiner Soldatenzeit diente er in Berlin und Potsdam. Aus seiner Ehe mit Hermine Strube ging eine Tochter hervor: Frieda Klaus.
Bei seinen ersten dichterischen Versuchen wurde er durch den Baderslebener Hauptlehrer Hermann Ostheeren wohlwollend gefördert. Nach seiner Militärzeit erwarb er den Meistertitel im Schuhmacherhandwerk. Als Schuhmacher hatte er bald, bedingt durch solide Arbeit und seine gewinnende und unterhaltsame Art, einen großen Kundenkreis.

 

Auf Grund seines Berufes und seines dichterischen Schaffens wurde er im Volksmund liebevoll der "Hans Sachs vom Huy" genannt.

Albert Klaus war auch musikalisch sehr begabt. Seit 1900 war er Mitglied im Baderslebener Männergesangsverein, sang dort den 2. Bass. Er gründete gemeinsam mit anderen Handwerksmeistern 1902 einen Zitherklub, in dem er selbst mitspielte.


Die Lieder, die er gedichtet und selber vertont hat, sind bis auf einen "Sängerspruch" allesamt in Hochdeutsch verfasst, doch auch aus diesem spricht seine große Heimatliebe und Naturverbundenheit und in einigen Liedern kommt der Humor nicht zu kurz.

1934 wurde Albert Klaus zum Leiter des Huy-Sängerbundes gewählt, konnte dessen Auflösung aber nicht verhindern. Sein Maien- und sein Huywaldlied gehören noch heute zum Programm des Baderslebener Chores.

Als großer Natur- und Heimatfreund trat er dem Harzklub bei, erkundete den Huy, Harzvorland und Harz, hielt Vorträge auf Heimatabenden und bei Treffen der Mundartdichter in Ilsenburg, sogar im Rundfunk sprach er.


In Anerkennung seiner hohen Verdienste um die Heimat- u. Mundartdichtung wurde er zu seinem 70. Geburtstag mit der "Goldenen Nadel" des Harzklubs geehrt.

In einem Brief vom 10. 11. 1935 an Hermann Hille in Schlanstedt erzählt er, wie er zum Schreiben kam:
“Eck will nu tauerst birichten, wie eck opp datt Dichten ekomen bin. Eck hewwe all ümmer in Voreinen plattdütsche Sachen voredraen, dä eck sülben emaket harre un dä ümmer veel Anklang efunnen un eck hewwe dabie merket, datt seck denn jedesmal eine ganz andere Stimmung bimerkbar make, eck will mal seggen, eine veel bessere Seelenharmonie von einen taun andern, um datt maket use plattdütsche Sprake. Datt hat seck nu mit der Tiet dahen utewirket, datt eck in dä ganze Umgegend bistellt were, um datt dä Lü all vorher klappet, ehr eck anfange. Use Heimat hier an Huy, twischen Elm un Harz un Boe, wu unsch Gott rinestellt hat, sei sall unsch öwwer alles gahn, un damidde bigrüße eck Sei ut Barslewwe mit dem Wunsche, dat Sei mal veel Erfolg hätt. Eck vorrbliewe Öhr gue Fründ Albert Klaus."

 

Er war ein biederer, aufrechter Mensch und seiner stillen Art verdankt er seine Treue, die er dem Handwerksberuf gehalten hat, er "blieb bei seinen Leisten".

Ein großer Teil seiner schriftstellerischen Arbeiten wurde aus reiner Freude am Erzählen geschaffen. Die größere Bedeutung des Albert Klaus beruht vor allem darin, dass er wie wohl keiner vor ihm die niederdeutsche Sprache seiner eigenen Heimat, die Huymundart in herzerfrischender Prosa und Poesie zur Geltung brachte.

Am 5. Dezember 1945 schloss er seine Augen für immer. Er war das erste Mal in seinem Leben ernsthaft erkrankt, aber eine Krankenhauseinlieferung wurde durch die sowjetische Besatzungsmacht verweigert, sodass die Blinddarmentzündung zum Tode führte. 

 

Er war ein biederer, aufrechter Mensch und seiner stillen Art verdankt er seine Treue, die er dem Handwerksberuf gehalten hat, er "blieb bei seinen Leisten".

Ein großer Teil seiner schriftstellerischen Arbeiten wurde aus reiner Freude am Erzählen geschaffen. Die größere Bedeutung des Albert Klaus beruht vor allem darin, dass er wie wohl keiner vor ihm die niederdeutsche Sprache seiner eigenen Heimat, die Huymundart in herzerfrischender Prosa und Poesie zur Geltung brachte.

Am 5. Dezember 1945 schloss er seine Augen für immer. Er war das erste Mal in seinem Leben ernsthaft erkrankt, aber eine Krankenhauseinlieferung wurde durch die sowjetische Besatzungsmacht verweigert, sodass die Blinddarmentzündung zum Tode führte.

 

Quelle: Festschrift "925 Jahre Badersleben"