Die Butterfrau

Die Moritat vom Räuber Heising vom Huy

 

(Die Butterfrau von Halberstadt)

 

Durch des Huywalds düstre Gründe auf naturverschlungnem Pfad
|: wandert eine alte Butterfrau zum Markt nach Halberstadt. :|

Hu, da plötzlich stürmt des Waldes kühner Sohn aus dem Geheg,
|: scharf bewehrt bis an die Zähne und vertritt ihr flugs den Weg. :|


"Sind Sie", sagt die Frau erblassend, einer dunklen Ahnung voll,
|: "nicht vielleicht der Räuber Heising, der allhier grassieren soll?" :|

Und wie Schuppen von den Augen fällt's der Butterfrau sogleich:
|: "Sie sind Heising!" ruft sie schweigend. "Bin es!" spricht der Räuber bleich. :|
 
"Ja, ich bin's, du Unglückselge, ja, ich bin's, der sich dir zeigt,
|: und du bist diejenige, welche nimmer meinem Grimm entweicht. :|

Denn mit hochwillkommnem Futter nahst du mir zu guter Stund!"
|: Sprach's und schnitt von ihrer Butter schweigend sich ein ganzes Pfund. :|

"Bin's und sage dir noch dieses: meinem Mordstahl fallest du,
|: bringst du mir nicht auf dem Rückweg Brot und Schlackwurst noch dazu." :|

Und die Frau erfaßt ein Grauen, weiß nicht recht, was sie beginnt.
|: Und der Heising zieht waldeinwärts. Über Stoppeln streicht der Wind. :|

Schlimme Zeichen schlimmer Zeiten, wie man nie erlebt sie hat,
|: wenn ein Räuber solchen Unfug treibt so nah bei Halberstadt. :|

Durch des Huywalds düstre Gründe auf naturverschlungnem Pfad
|: wandert eine alte Butterfrau zum Markt nach Halberstadt. :|

Hu, da plötzlich stürmt des Waldes kühner Sohn aus dem Geheg,
|: scharf bewehrt bis an die Zähne und vertritt ihr flugs den Weg. :|

 

 

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